goodnewstoday.de

Mein ehemalig schönstes Hobby

Mein ehemalig schönstes Hobby - Malen und Zeichnen

13/04 2011

Melden

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Als ich das Monatsthema las, kam mir direkt in den Sinn, dass ich über das Schreiben schreiben müsste. Oder über das Lesen.

Aber schreiben über das Schreiben? Das tut doch fast jeder, der schreibt. Und über das Lesen schreiben ja glatt noch viel mehr Leute – nämlich alle, die gerne schreiben UND Lesen.

Und da ich nun bereits in nur fünf Sätzen sensationelle sieben mal das Wort „schreiben/schreibt“ und immerhin vier mal das Wort „lesen/las“ verwendet habe, werde ich beide nun im restlichen Text meiden.

Das wird lustig, denn ich … sie nun mal so gerne. Und vermutlich seid ihr inzwischen schon genervt und wollt unbedingt … über was ich denn nun … . :-) )

Um mich selbst etwas zu überraschen, wähle ich also ein Hobby, das leider schon lange hinter mir liegt – was nun so klingt, als wäre ich ungefähr hundert Jahre alt … nein, ich fühle mich nur manchmal so.

Es ist das Malen und Zeichnen. Ach, auch wieder so was, das ja ganz viele tun. Bei mir begann es eigentlich so richtig mit der Projektwoche in der Schule. Landschaftsmalerei klang nett – und war es auch!
Mit Pastellkreide Seenlandschaften, mit Ölkreide Strand, Meer und Sonnenuntergang verewigt. Verewigt … dazu kommen wir später noch.

Besonders angetan hatte es mir die Zeichenkohle. Man sage mir bitte nie, Schwarz sei keine Farbe!
Irgendwann begann ich auch Menschen zu zeichnen – aus der Bravo, die hielten wenigstens still.
Da kam eine ulkige Mischung zusammen. Samatha Fox, Anthony Perkins, Falco und viele mehr.

Als ich zur Ölfarbe überging, wurde die Sache schon heikler. Zum einen teuer, dank Leinwand und dem ganzen anderen Equipment, aber viel schlimmer war der penetrante Geruch, der durchs ganze Haus zog und meine Mutter nicht gerade begeisterte.

Nebenbei zeichnete ich mit Bleistift – das ging praktisch überall und war auch geruchsneutraler.
Es dauerte nicht lange, bis ich eine ganze Sammlung zusammen hatte. Tiere, Abstraktes, Portraits, Landschaften, Akte, aber vor allem Düsteres, das meine damalige Seelenwelt wohl am ehesten widerspiegelte.

Ein ganzer Koffer voller Werke, die ich erschaffen hatte. In vielen Stunden, Tagen, Wochen, ja Monaten.

Mein Leben schritt voran. Vieles änderte sich. Eigene Wohnung und schließlich Umzug ins eigene Haus. Das alles ist weder ungewöhnlich noch tragisch.

Bis auf die Tatsache, dass ich aus einem mir heute unbegreiflichen Grund plötzlich der Meinung war, ich müsse mich von „Altlasten“ befreien.
Manche Menschen lassen sich die Haare ratzekurz schneiden, wenn sie etwas Neues beginnen, ich war damals der Meinung, ich müsse meine Bilder wegwerfen.

Und das tat ich.

Wenn ich heute drüber nachdenke, wird mir ganz schlecht. Keines meiner Bilder hatte einen Wert – natürlich nicht, und sie waren ja auch nur für mich – aber es war blöd, das zu tun.
Geblieben sind nur wenige, die nicht gerade in dem Koffer waren, sondern die ich irgendwo anders wiederfand.

Aber vorbei ist vorbei.
Meine Lust, zu malen, ist heute nicht mehr so groß.
Ab und an greife ich zum Stift, aber ein Hobby ist es inzwischen wohl nicht mehr.

Angehängtes Bild:

Eine Antwort

  • Renate sagt:

    Wie schade, dass du alles weggeworfen hast! Aber das kenne ich – in einem Anfall von Altlasten-Entfernung habe ich schon so vieles entsorgt, was ich heute SEHR bedauere. Denn diese Altlasten haben viel zu berichten. Mit oder ohne Worte …
    Möglicherweise war bei mir auch die Vorstellung, wenn ich das “Beweismaterial” der Altlasten wegschmeiße, sind sie tatsächlich weg. Aber das ist ein Irrtum.

    Viele Grüße – Renate

    Kommentar melden

Hinterlasse einen Kommentar

goodnewstoday Kategorien

goodnewstoday Archiv

Interessant für Dich