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Mein erstes Auto – ein lindgrüner R4 von Renault

Mein erstes Auto-ein lindgrüner R4 von Renault im Sommer der Liebe

Geschrieben von fiftyfiftyblog (Profil | Alle Beiträge) in Auto/Verkehr
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3/02 2011

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Mein erstes Auto war kein Auto, sondern die Freiheit. Es war der Sommer der großen Liebe. Ich besuchte ein Internat im Westerwald, dass ich aus der Eifel mühsam per Bus, Bahn und Mitfahrgelegenheiten besuchte und am Wochenende verließ. Dann saß ich Zuhause und wartete, dass es Sonntagabend wird. Zurück zu den anderen, zur längsten Party meines Lebens (drei Jahre Abi).

Vor den Sommerferien 1983 schenkte mir mein Bruder seinen alten R4. In lindgrün, mit Revolverschaltung und 34 PS. Schön war er nicht, aber TÜV hatte er für drei Monate. Das Gesicht mit den kleinen runden Lampen war süß, die riesige Heckklappe äußerst praktisch. Ich erinnere mich an einen Verbrauch von acht Litern. Innen war alles sehr spartanisch eingerichtet, unter dem Himmel des Wagens hing ein indisches Tuch. Das waren damals die Ökozeiten mit Genesis & Co.

Als die Sommerferien begannen, war ich mobil. Gerade 18 und schon einen bezahlbaren Untersatz unter dem Hintern. Wir haben die Karre vollgeladen mit Zelten, Schlafsäcken und Surfzeugs und haben wochenlang an der Krombachtalsperre gelebt. Unter freiem Himmel. Surfen, Musik hören, lachen. Auf Partys, in Discotheken. “Holiday” von Madonna im Ohr.

Sie war auch dabei. Sie. Wunderschön. Seit über einem Jahr kreisten wir umeinander. Die Tochter meiner Sportlehrerin. Sie durfte mit an die Krombachtalsperre, wir fanden uns. “Gingen” offiziell miteinander. Der lindgrüne R4 hat uns zueinander geführt. Es war eine große, romantische Jugendliebe. Gerne denke ich daran zurück…

Die Liebe währte zwei Jahre, der R4 nur zwei Monate. Eine Radaufhängung verbog sich, das Rad schleifte in Linkskurven am Radkasten. Ich war auf der letzten Fahrt vom Internat nach Hause, als mich die Polizei von der Autobahn holte. Ohne Warndreieck, das ich aufstellen sollte, ohne Verbandskasten, der im neuen Auto meines Bruders lag. “Du bist wahnsinnig”, meinte der ältere Polizist.

Die Abschleppkosten hätten mich runiniert. Die Polizisten einigten sich stillschweigend: “Da vorne, die wilde Abfahrt. Nach drei Kilometern kommt der Schrottplatz. Wir rufen in 15 Minuten an, ob du die Karre verschrottet hast. Wenn nicht…”

Das wars. Meine Eltern holten mich ab, aus dem Wohnzimmer der Schrotthändlerfamilie. Geld gab es keines mehr, nur Kaffee und kostenloses Telefonieren. Immerhin bin ich mit dem Leben davon gekommen, was bei angebrochenen Radaufhängungen auf der Autobahn keine Selbstverständlichkeit ist. War’s die Liebe, oder waren es die entretenden Abgase, die meine Sinne vernebelt hatten…

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