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Herbsttag am Meer

Sommerferien auf dem Campingplatz Zoutelande in Holland

6/11 2010

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Herbsttag am Meer

Seit ich denken kann, verbrachte meine Familie immer die Sommerferien in Holland. Natürlich gab es ab und an auch andere, weiter entfernte und vielleicht sogar eigentlich reizvollere Reiseziele, doch der Campingplatz in Zoutelande war für mich damals so etwas wie eine zweite Heimat.
Meist mieteten wir dort einen Campingwagen oder ein Häuschen, und wenn das Wetter mitspielte, waren wir jeden Tag am Meer. Heute erscheint es mir so, als hätten wir immer nur schöne Tage voller Sonnenschein gehabt – was zweifelsohne auf selektives Erinnern zurückzuführen ist.

Ich weiß noch gut, wie mühsam es war, als Kind die vielen Stufen hochzusteigen, um dann oben auf der Düne mit dem Blick über die Nordsee belohnt zu werden. Das war immer ein toller Moment – beinahe magisch.

Es ist mir bewusst, dass viele Menschen meine Vorliebe fürs Meer teilen. Und diese Menschen werden sicher gut nachvollziehen können, wenn es einen auch nach Jahren immer noch an den Ort am Meer zieht, der einem als Kind so vertraut war, selbst wenn inzwischen weitere sehr reizvolle Ziele in der Ferne hinzugekommen sind.

So kam es also, dass es uns – und damit meine ich meinen Mann, unsere zwei Söhne und mich – wieder einmal nach Zoutelande verschlug. Eine Tagestour sollte es werden, und da wir inzwischen Herbst hatten, ließen wir uns vom Wetter wohl oder übel überraschen.

Doch wir hatten Glück! Die Sonne schien und zauberte einen breiten silbernen Streifen aufs Meer. Der Wind war kräftig, aber genau darauf hatte ich auch gehofft. Einfach mal den Kopf durchpusten lassen, all die schweren Gedanken sinnbildlich davonfliegen sehen und Platz für Neues schaffen … für Schönes, wenn es sich denn machen lässt!

Bunte Drachen flatterten über unseren Köpfen im Wind, und die Wellen glitzerten im Schein der Sonne so sehr, dass man die Augen ein wenig zukneifen musste.
Natürlich hatte ich meine Kamera mitgenommen, um ein paar Fotos zu machen. Das Licht war fantastisch und ich hätte stundenlang einfach nur am Strand entlanglaufen können.
Leider neigen unsere Kinder dazu, irgendwann Hunger zu bekommen.
Nun gut, nicht nur die Kinder.

Und so verabschiedeten wir uns von der wundervollen Kulisse, um ein paar Kilometer weiter in Westkapelle Frikandel Spezial und Fritten zu futtern. Gegenüber gibt es übrigens einen Fischimbiss – lecker, sage ich da nur!
Die Imbissbuden dort haben den Vorteil, dass man nach dem Essen abermals nur ein paar Stufen erklimmen muss, um das Meer zu sehen.

Es hat sich nicht viel verändert in all den Jahren – der Panzer aus dem zweiten Weltkrieg, der als Mahnmal dient, steht nach wie vor auf dem Deich. Die Kinder klettern mit Vorliebe darauf herum. Damals bin ich selbst darauf herumgeturnt, heute tun es unsere Kinder. Und schon bald sind sie aus diesem Alter heraus.
Ich bin gespannt, ob sie irgendwann mit ihren eigenen Kindern dorthin fahren werden und mir erzählen, wie schön es war, einen Tag am Meer zu verbringen.

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