Panzerkreuzer Potemkin
Liebe goodnewser, ich muss euch was erzählen; leider ist das Event schon gewesen und hat auch nur in Bremen stattgefunden aber ich bekomme jetzt noch eine Gänsehaut, wenn ich daran denke.Es wurde im Konzertsaal “Die Glocke” der Stummfilm “Panzerkreuzer Potemkin” von 1925 Regie: Sergej Eisenstein gezeigt. Das Kino 46 hat Unterstützung erhalten und zusammen mit dem Bremer Jugend Orchester diese Veranstaltung geplant.Zu dem Film gab es schon mehrere Versionen von musikalischer Begleitung. Zu dieser Vorführung spielte das Bremer Jugend Orchester in voller Besetzung unter Stefan Geiger die sog. Berliner Fassung von 2005. Stellt euch eine große Orchesterbühne vor, das Orchester den Rücken zur Leinwand, nur der Dirigent (und das Publikum natürlich) sieht den Film und dirigiert über 1,5 Std. sekundengenau jede Szene, jede Regung auf den Gesichtern, in der Stimmung in allen Wechseln und das Orchester gibt alles. Ich habe so etwas noch nie erlebt. Und dieser Film erzählt von der Solidarität der Männer auf dem Schiff gegen die zaristischen Offiziere. Der Film ist u.a. wegen seiner berühmten Szene auf der Hafentreppe von Odessa weltberühmt geworden. Die Handlung lehnt sich frei an die Ereignisse im Jahre der Revolution 1905 an und spielt auf dem russischen Kriegsschiff. In 5 Akten, wie in einer Tragödie, spielt sich alles ab. Ein Meisterwerk der Filmkunst und wenn man dann noch bedenkt wann der Film gedreht wurde. Also solltet ihr die Gelegenheit haben schaut ihn euch an. Ich dachte erst, es sei eine Art Kriegsfilm aber es ist ein Lehrstück für den Menschen allgemein und zeigt krasse Gegensätze, zeigt, wie Verhaltensweisen einen Aufstand hervorbringen und wie dann der starke Widerstand gegen die Unterdrückung und die Gemeinheiten sich bei den sonst friedlichen Menschen sich Bahn bricht. Schön ist, dass keine Gewaltverherrlichenden Szenen vorkommen. Der Film ermutigt zu Zivilcourage und Kameradschaft und Gerechtigkeit im urmenschlichen Sinne. Ich hoffe sehr, dass die Menschen aus allem etwas lernen und den Mut behalten, den Mund aufzumachen, wenn sie Gewalt, Ungerechtigkeit oder Missachtung der Menschenwürde sehen.
Das Gute für mich war, dass ich schon oft von dem Film gehört hatte und nun diese exquisite Vorführungsform erleben dufte und gesehen habe, welche schöne Sache es ist, wenn Menschen musizieren und ich hoffe, dass Kultur wieder einen wichtigeren Stellenwert bekommt und Jugendliche und Kinder auch und besonders in den Gebieten künstlerischer oder kreativer Betätigung Förderungsmöglichkeiten bekommen. Menschen wollen sich eigentlich nicht bekämpfen; ich glaube sie wollen eigentlich vielmehr ihre Geschwisterlichkeit entdecken und leben. Das wünsche ich mir jedenfalls.

2 Antworten
Ich bin zwar kein Kulturbeflissener, aber alte und ältere Filme haben ja zumeist Themen, die heute fast in vergessenheit geraten sind. Da ging es um die grossen Dinge des Lebens. Die Auseinandersetzung mit der Industrialisierung und die existenziellen Dinge des menschlichen Zusammenseins. Es war zwar eine andere Zeit, nur sind diese Themen heute nicht mehr massentauglich und somit medial nicht präsent, jedenfalls aus meiner Sicht.
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...geschrieben am 8. Oktober 2009 um 17:27 von servus
Mut, Gerechtigkeit, Rücksicht, Nachsicht, Liebe und Zivilcourage sind die Türen in die Herzen der Menschheit. Wir sollten schau´n, diese Türen immer ein Spalt aufzulassen!
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...geschrieben am 9. Oktober 2009 um 16:15 von kobold